Schweizer Landeskunde für DaF in Norwegen: Beispiele

 

Es handelt sich um Materialsammlungen, die je nach Gruppenprofilen ausgewählt und für den Unterricht noch bearbeitet werden müssen. Die Beispiele 1, 6, 9 und 10 wurden in den Workshops des Landeskundeseminars von Teilnehmergruppen weiter bearbeitet.

 

1)       Broschüre „Schweiz in Sicht“ mit Lehrermanual

Es handelt sich um eine bunte Auswahl aus der Schweizer Themenpalette mit grossformatigen Fotos und v.a. für den Unterricht gut geeignete Kurztexte. Weiterführende Links eignen sich als Vorschläge für Projektarbeiten der Lernenden. Im Lehrermanual sind Unterrichtsvorschläge aufgeführt. Die Broschüre ist im Klassensatz auf Bestellung bei der Schweizer Botschaft in Oslo gratis erhältlich (Bygdöy Allé 78, Tel. +47 22 54 23 90).

 

2)       DVD „Bilderbogen DACH“

Enthält u.a. drei kurze Videoreportagen über die Schweiz mit Hinweisen, Fragen, Lösungen und Transkriptionen (s. auch Hinweis im Vereinsmagazin von Tyskforum, 41/Feb. 2008, S. 32). Ausgabe 2007, Bestellung beim Langenscheidt Verlag.

 

3)       Schweizer Webportale: www.swissworld.org/de und andere

Auf dieser Website von Präsenz Schweiz PRS finden sich reichhaltige Informationen über klassische Themenbereiche der Schweizer Landeskunde in unterrichtsfreundlicher Form.

Weitere Links:

www.swissinfo.org (Aktualitäten-Infos über die Schweiz für Menschen im Ausland von Schweizer Radio International SRI)

www.geschichte-schweiz.ch (20 Kapitel der Schweizer Geschichte von den Dinosauriern bis zur heutigen Wohlstandsgesellschaft. Dazu vertieft Spezialthemen wie die Industrialisierung der Schweiz. Schweizer Chronik seit 2000.)

www.ch.ch (Portal der Schweizer Bundeskanzlei)

www.schweizerseiten.ch (Kommerzielles Schweizer Portal mit Infos und Fotos)

www.myswitzerland.com (Schweizer Tourismus-Portal)

www.switzerland.com (Schweizer Portal zu UEFA EURO 2008)

 

4)       Ländervergleich Schweiz – Norwegen: Fakten

Wollen Sie die Lernenden einen Vergleich der Fakten aus den beiden Ländern machen lassen und darüber diskutieren, was man aus solchen Fakten herauslesen kann?

·         „Ländervergleich Norwegen-Schweiz“ (s. Statistik aus: www.welt-in-zahlen.de)

·         Broschüre „Die Schweiz in ihrer Vielfalt“ (Sachtexte und Bilder von PRS 2007). Auf Bestellung bei der Schweizer Botschaft gratis erhältlich.

·         „Taschenstatistik der Schweiz 2008“ (BFS). Download: www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/die_schweiz_in_ueberblick/ts.Document.104237.pdf Als gedruckte Broschüre ev. auch gratis erhältlich auf Bestellung bei der Schweizer Botschaft.

·         Broschüre „Der Bund – kurz erklärt“ (Jährlich aktualisierte bebilderte Broschüre über den politischen Aufbau der Schweiz). Im Klassensatz auf Bestellung bei der Schweizer Botschaft gratis erhältlich. Download auf: www.bk.admin.ch/dokumentation/02070/index.html?lang=de

·         „Minifakten über Norwegen 2007“. Download:
www.ssb.no/english/subjects/00/minifakta_en/ty/mf2007-tys-web.pdf
(Siehe auch Statistisk Sentralbyra: www.ssb.no/de)

·         „Dossier Norwegen“ (Infos des BFM über Norwegen für Schweizer). Download:
www.swissemigration.ch/themen/laenderinfos/laenderliste/00129/index.html?lang=de

 

5)       Medienberichte über Norwegen und die Schweiz

Die Sicht von Schweizern auf Norwegen und von Norwegern auf die Schweiz kann im LK-Unterricht für fortgeschrittene Deutschlernende spannende Vergleiche, Reflexionen und Diskussionen auslösen.

·        Drei Reden des Schweizer Bundespräsidenten Moritz Leuenberger beim Staatsbesuch von König Harald V am 6.4.2006 (www.uvek.admin.ch/dokumentation/00960/00983/index.html?lang=de)

·        Artikel des Chef-Leitartiklers von „Bergens Tidende“, Frank Rossavik, über N und CH (aus: „Panorama Raiffeisen“ Dez. 2007, S. 50, www.raiffeisen.ch/raiffeisen/internet/home.nsf/$UNID/CB0A8EDC1E9F6938C12573B0004AA97C/$FILE/Panorama_8_2007_D.pdf?Open&Highlight=0,Panorama)

·        Artikel „Alkoholverbot: Vorbild Norwegen“ (aus: Tages-Anzeiger 28.7.07, http://tages-anzeiger.ch/dyn/news/schweiz/776076.html)

·        Artikel „Norwegen will 1052 Wale töten“ (aus: Greenpeace on-line 2.12.06, www.greenpeace.de/themen/meere/nachrichten/artikel/norwegen_will_1052_wale_toeten)

·        Artikel Wirtschaft: „Kritik an der EFTA“ (aus: EvB on-line 3.12.07, www.evb.ch/p25013500.html)
und „Kritik an bilateralen Freihandelsverträgen“ (aus: fairunterwegs on-line 6.12.07,
www.fairunterwegs.org/laender/norwegen/aktuelles/article/kritik-an-bilateralen-freihandelsvertraegen-industrielaender-profitieren-ungleich-mehr-1.html?cHash=3d30b86870)

·        Artikel Recht: „Stärkung der Zusammenarbeit der EU in Zivil- und Handelssachen mit der Schweiz, Norwegen und Island“ (aus: EU on-line 30.10.07, http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/07/1630&format=HTML&aged=1&language=DE&guiLanguage=en)

·        Hörtext Norwegen und die EU“ zur Parlamentsabstimmung über eine Verfassungsänderung in N (von Radio DRS on-line 10.1.08, www.drs.ch/lib/player/radio.php?audiourl=rtsp://audio.drs.ch/drs1/rendezvous/080110_rdv_norwegen.MP3&sg=10000007&sh=10016562 und www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/rendez-vous/2751.bt10016584.html)

 

6)       Karikaturen aus der Schweiz: leicht oder schwer verständlich?

Bilder und provokative Karikaturen als Diskussionsanlass.

 

7)       Schweizer Klubs in Norwegen und Norwegerklubs in der Schweiz

Motto: Warum denn in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah!

Haben Sie schon mal daran gedacht, in der Nähe lebende Schweizerinnen und Schweizer in Ihren LK-Unterricht einzuladen?

·         Schweizer Klubs in Norwegen: www.schweizerklub.no und weitere Adressen auf: www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/eur/vnor/ref_livfor/livnor/chcosl.html#0003

Und haben Sie daran gedacht, was in der Schweiz lebende NorwegerInnen Ihren Deutschlernenden aus erster Hand über die Schweiz berichten könnten, z.B. per E-Mail oder bei einem Besuch in der Heimat?

·         Norwegerklubs in der Schweiz: www.nkbern.ch / www.snippsnappsnute.ch / www.norgesklubben.ch / www.nordiskclubschweiz.ch / sowie weitere Adressen auf:
www.amb-norwegen.ch/norsk/norske_klubber/Norske+klubber+i+Sveits.htm

 

8)       Die Webauftritte der Schweizer Botschaft in Norwegen
und der norwegischen Botschaft in der Schweiz

Wie präsentiert sich die offizielle Schweiz in Norwegen und wie das offizielle Norwegen in der Schweiz? Versuchen Sie mit Ihren Lernenden zusammen Aufschluss zu erhalten, wie die offiziellen Selbstbilder der beiden Nationen aussehen.

·         Die Website der Schweizer Botschaft in Norwegen: www.eda.admin.ch/eda/de/home/reps/eur/vnor/afonor.html

·         Die Website der norwegischen Botschaft in der Schweiz: www.amb-norwegen.ch

 

9)       Der Schweizer und der Norweger „an sich“

Arbeit über Stereotype mit verschiedenen Texten, Bildern und Informationen.

·         Texte „Der Schweizer an sich“, „Der Norweger an sich“, „Extrem norwegisch“

·         Theoretischer Text über Stereotype und Vorurteile

·         Karikatur „Safari“

·         Fragenliste „Wussten Sie, dass…“, Fotos mit Menschen in der Schweiz, Ausstellungsposter (aus der Ausstellung der Eidgenössischen Kommission für Ausländerfragen EKA)

·         Geschichte und Kommentare zum Plakat mit dem schwarzen Schaf

 

10)   Wer sind für Sie berühmte Schweizer?

Zugang zur Schweiz über Persönlichkeiten. Broschüre „Schweiz in Sicht“ (s. 1) und Informationen auf: www.swissworld.org/de/know/beliebte_themen/bekannte_schweizerinnen_und_schweizer

 
 

Weitere nützliche Hinweise zum Thema

 

11)   Zugänge zur Schweiz
Adressensammlung für DaF-Lehrpersonen: www.akdaf.ch/pdf/zugaenge_2005.pdf

 

12)   Thomas Küng: Gebrauchsanweisung für die Schweiz.
Piper München 1996, 2006. (Aktualisierte Neuausgabe für 2008 angekündigt.)

 

13)   Franziska Schläpfer: Schweizer Lexikon der populären Irrtümer.
Missverständnisse und Vorurteile von Alpenklübler bis Zwingli. Piper München 2004.

 

14)   Jürg Altwegg, Roger de Weck: Kuhschweizer und Sauschwaben.
Schweizer, Deutsche und ihre Hassliebe. Nagel & Kimche Wien 2003.

 

15)   Plurizentrik
Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), Uni Augsburg
www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/ada/

 

16)   Sprachenvergleich Norwegisch – Deutsch
Britta Hufeisen & Nicole Marx (Hg.): EuroComGerm – Die sieben Siebe: Germanische Sprachen lesen lernen. Shaker Aachen 2007. www.eurocomgerm.de

 

17)   Kritischer Tourismus
www.fairunterwegs.org

 

18)   Ökologie
Der persönliche Fussabdruck (spielerisch): www.footprint.ch

 

19)   Executive Planet
(englisch, Landeskunde für Manager)
Schweiz: www.executiveplanet.com/index.php?title=Switzerland
Norwegen: www.executiveplanet.com/index.php?title=Norway

 

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Ländervergleich

Geschichte

Gründung

885

1291

zuletzt souverän seit

1905

1291

Politik

politische Abhängigkeit

Schweden bis 1905

seit Gründung unabhängig

Mitgliedschaft in UNO seit

1945

2002

Geographie

Gesamtfläche (km2)

324.220

41.290

Land (km2)

307.860

39.770

Wasser (km2)

16.380

1.520

Binnengewässeranteil an der Gesamtfläche (%)

5,05

3,68

Landesgrenze (km)

2.544

1.852

Küste (km)

21.925

0

Höchster Berg

Galdopiggeh

Dufourspitze

Höchster Berg (m)

2.469

4.634

Demographie

Hauptstadt

Oslo

Bern

Bevölkerung

4.610.900

7.524.000

Bevölkerung je km2

14

182

Städteeinwohner

3.637.500

5.102.000

Urbanisierung (%)

78,89

67,81

Durchschnittsalter

38,40

40,10

Bevölkerung 0-14 Jahre

889.903

1.226.412

Bevölkerung 15-64 Jahre

3.038.583

5.123.844

Bevölkerung über 65 Jahre

682.413

1.173.744

Bevölkerungsanteil 0-14 Jahre (%)

19,30

16,30

Bevölkerungsanteil 15-64 Jahre (%)

65,90

68,10

Bevölkerungsanteil über 65 Jahre (%)

14,80

15,60

Bevölkerungswachstum

17.521

32.353

Bevölkerungswachstum (%)

0,38

0,43

Geburtsrate je 1000 Einwohner

11,46

9,71

Geburten

52.840

73.058

Sterberate je 1000 Einwohner

9,40

8,49

Sterbefälle

43.342

63.878

Migration netto je 1000 Einwohner

1,73

3,12

Migration netto

7.976

23.474

Verhältnis Männer/Frauen

0,98

0,97

Fertilität

1,78

1,43

Säuglingssterblichkeit je 1000 Neugeborene

3,67

4,34

Lebenserwartung Männer (Jahre)

76,91

77,69

Lebenserwartung Frauen (Jahre)

82,31

83,48

Gesundheit

Ärzte

12.770

26.850

Ärzte je 1000 Einwohner

2,77

3,57

Tägliche Nahrungsaufnahme (cal) je Einwohner

3.410

3.460

HIV-Infizierte

2.800

14.100

HIV-Infizierte je 1000 Einwohner

0,61

1,87

Kriminalität

Gefängnisinsassen

3.000

6.100

Gefängnisinsassen je 1000 Einwohner

0,65

0,81

Bildung

Analphabeten (Bevölkerung über 14 Jahre)

3.720

25.190

Analphabeten (%) (Bevölkerung über 14 Jahre)

0,10

0,40

Sprache

Amtsprache

Norwegisch

Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätroromanisch

Religion

Überwiegende Religionsgruppe

Christen

Christen

Wirtschaft

BSP ($)

289.378.300.000

378.656.000.000

BSP ($) je Einwohner

62.759

50.326

BIP ($)

282.441.000.000

353.464.000.000

BIP ($) je Einwohner

61.255

46.978

BIP ($) Kaufkraftparität

207.600.000.000

246.900.000.000

BIP ($) je Einwohner Kaufkraftparität

45.023

32.814

Kaufkraft eines US$

0,74

0,70

Wirtschaftswachstum (%)

4,20

2,00

Anteil der Landwirtschaftsproduktion am BIP ($)

5.648.820.000

 

Anteil der Industrieproduktion am BIP ($)

120.602.307.000

 

Anteil der Dienstleistungen am BIP ($)

156.189.873.000

 

Landwirtschaftsproduktion ($) je Einwohner

1.225

 

Industrieproduktion ($) je Einwohner

26.155

 

Dienstleistungen ($) je Einwohner

33.874

 

Anteil der Landwirtschaft am BIP (%)

2,00

 

Anteil der Industrie am BIP (%)

42,70

 

Anteil der Dienstleistungen am BIP (%)

55,30

 

Inflationsrate (%)

1,80

1,40

Arbeitskräfte

2.430.000

3.820.000

Arbeitslosigkeit

114.210

148.980

Arbeitslosigkeit (%)

4,70

3,90

Staatshaushalt - Einnahmen ($)

177.600.000.000

139.870.000.000

Staatshaushalt - Ausgaben ($)

141.800.000.000

145.090.000.000

Staatsausgaben in % des BIP

50,21

41,05

Staatsverschuldung ($)

160.144.047.000

181.680.496.000

Staatsverschuldung % des BIP

56,70

51,40

Staatsverschuldung ($) je Einwohner

34.731

24.146

Export ($)

134.900.000.000

167.300.000.000

Import ($)

69.450.000.000

149.800.000.000

Export ($) je Einwohner

29.256

22.235

Auslandsverschuldung ($)

302.000.000.000

863.700.000.000

Gold und Währungsreserven

50.428.000.000

55.109.000.000

Anteil der Auslandsverschuldung am BIP (%)

106,93

244,35

Elektrizitätsverbrauch (Mio. KWh)

108.290

58.760

Elektrizitätsverbrauch (KWh) je Einwohner

23.485

7.809

Gasreserven (Mio. cbm)

2.118.000

0

Gasproduktion (Mio. cbm)

88.600

0

Gasverbrauch (Mio. cbm)

4.870

3.390

Gasverbrauch (cbm je Einwohner)

1.056

450

Ölreserven (Mio. Barrel)

9.859

0

Erdölproduktion (Barrel pro Tag)

3.290.000

0

Erdölverbrauch (Barrel pro Tag)

271.000

271.000

Erdölverbrauch (Barrel pro Jahr je Einwohner)

21,45

13,15

Anbaufläche (km2)

8.656

4.144

Anbaufläche (%)

2,67

10,42

Anbaufläche pro Einwohner (ha)

0,19

0,06

Holzgewinnung (cbm)

8.783.000

4.193.000

Holzgewinnung (cbm) je 1000 Einwohner

1.904

557

Rinder (Stück)

988.000

1.533.000

Rinder je 1000 Einwohner (Stück)

214

203

Schweine (Stück)

734.000

2.072.000

Schweine je 1000 Einwohner (Stück)

159

275

Schafe (Stück)

2.350.000

 

Schafe je 1000 Einwohner (Stück)

509

 

Fischfang (t)

2.510.000

 

Fischfang (kg) je Einwohner

544,36

 

Kommunikation

Telefonanschlüsse

3.610.000

5.710.000

Telefonanschlüsse je 1000 Einwohner

782,93

758,91

Mobiltelefone

4.640.000

7.188.000

Mobiltelefone je 1000 Einwohner

1.006,31

955,34

Rundfunkgeräte

4.170.000

7.300.000

Rundfunkgeräte je 1000 Einwohner

904,38

970,23

Fernsehgeräte

3.540.000

4.850.000

Fernsehgeräte je 1000 Einwohner

767,75

644,60

Computer

2.780.000

5.700.000

Computer je 1000 Einwohner

602,92

757,58

Internetnutzer

2.710.000

3.850.000

Internetnutzer je 1000 Einwohner

587,74

511,70

Transport

Eisenbahnlinien (km)

4.077

4.583

Eisenbahndichte (km/100 km2)

1,26

11,10

befestigte Straßen (km)

72.473

72.646

Straßendichte (km/100 km2)

22,35

175,94

darin Schnellstrassen (km)

722

1.791

PKW

2.064.000

3.954.000

PKW je 1000 Einwohner

447,64

525,52

PKW je 1 km befestigter Strassen

28,48

54,43

Wasserstrassen (km)

1.577

65

Handelsflotte/Schiffe (über 1000 BRT)

724

27

Pipelines (km)

9.607

1.932

Militär

Streitkräfte (Truppenstärke)

27.000

 

Kampfpanzer

170

560

Schlachtschiffe

3

0

U-Boote

12

0

Kampfflugzeuge

70

135

Hubschrauber

30

95

Verteidigungsausgaben ($)

5.168.100.000

4.011.000.000

Verteidigungsausgaben ($) je Einwohner

1.120

533

Verteidigungsausgaben (in % des BIP)

1,83

1,13

Verteidigungsausgaben je Soldat ($)

191.411

 

 

http://www.welt-in-zahlen.de (Letztes Update 1.4.2007. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2006.)

(Basiert auf CIA-Factbook: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/docs/profileguide.html)

 

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Staatsbesuch von König Harald V. und Königin Sonja von Norwegen

Auf Einladung des Bundesrats statteten König Harald V. und Königin Sonja von Norwegen am 5. und 6. April 2006 der Schweiz einen Staatsbesuch ab. Am ersten Tag wurde das Königspaar vom Bundesrat in Bern empfangen. Am zweiten Tag führte Bundespräsident Moritz Leuenberger seine Gäste in die Ostschweiz.

Das Foto zeigt (von links nach rechts) König Harald V, Königin Sonja und Bundespräsident Moritz Leuenberger anlässlich des Staatsempfangs für die Gäste aus Norwegen im


Der Bundesrat empfängt Norwegens Königspaar am Mittwochabend im "Bernerhof": König Harald V, Königin Sonja und Bundespräsident Moritz Leuenberger, gut beschützt von Berner Grenadieren. (Copyright: Markus Senn, Fotograf, Biel)

 

http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00960/00983/index.html?lang=de

 

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Von Hof zu Hof

Rede von Moritz Leuenberger anlässlich des Staatsbesuchs Ihrer Majestäten König Harald V und der Königin Sonja von Norwegen

Majestäten,

Herr Minister,

Exzellenzen,

sehr geehrte Damen und Herren


Norwegen und die Schweiz sind Nachbarn, ganz in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes: zwei Bauern, die nahe von einander ihre eigenen Felder bestellen und ihre eigenen Gewässer oder Ressourcen nutzen, sich aber immer wieder austauschen. Sie sind von unterschiedlicher Herkunft, sie haben ihre Höfe verschieden organisiert - konstitutionell monarchisch der eine, direkt demokratisch der andere - sie haben verschiedene eigene Energiequellen.


Die Grenzen ihrer Länder stossen nicht unmittelbar aneinander und vielleicht bleiben sie gerade deshalb von direkten Konflikten verschont. Bei ihrer Arbeit begegnen sie sich dennoch immer wieder, dann nämlich, wenn sie für die grosse Gemeinde, der sie alle angehören, arbeiten. Bei dieser Arbeit leitet sie dieselbe Überzeugung, nämlich Frieden und Nachhaltigkeit. Für dieses Ziel arbeiten die beiden Nachbauern. Sie kultivieren die Allmend und pflegen den Wald, der auch für die Kinder bewahrt werden soll.


***


Bei dieser Arbeit haben sich unsere Wege immer wieder gekreuzt.


Der Gotthard-Eisenbahntunnel wäre ohne Alfred Nobels lebensgefährliche Experimente mit Nitroglyzerin kaum zu erstellen gewesen und er hätte wohl noch mehr Menschenleben gefordert. Alfred Nobel glaubte, mit Dynamit dem Weltfrieden und der Sicherheit zu dienen. Doch Dynamit revolutionierte auch die Kriegsführung mit allen grausamen Folgen für die Menschen. Und es wurde zum Zaubermittel der Revolutionäre, welche keinen anderen Ausweg als die Gewalt fanden. In 1892 zählte man in Europa über 1000 Attentate mit Dynamit. Die Liste prominenter politischer Opfer ist lang.


Heute hingegen ist der in Oslo vergebene Friedensnobelpreis weltweit das stärkste Symbol der Hoffnung, dass es friedliche Auswege aus Krieg, Konflikt und Unterdrückung gibt. Nobel wollte ausdrücklich, dass der Preis für den Frieden in Christiania (heute Oslo) vergeben wird.

Den ersten Friedensnobelpreis erhielt ein Schweizer Geschäftsmann aus Genf, Henri Dunant, der Begründer des Roten Kreuzes. Beide, Dunant und Nobel, arbeiteten auf der Allmend des Weltfriedens. Der Preis für Henri Dunant war eine grosse Ehre für unser Land, aber kein Verdienst der offiziellen Schweiz. Dunant wurde nämlich erst mit ausländischer Hilfe aus der Vergessenheit im appenzellischen Heiden geholt. Dennoch fühlen wir uns heute seinem Erbe verpflichtet und setzen uns für sein Werk ein. Der diplomatische Einsatz für die Genfer Konventionen, die Genfer Initiative im Nahost-Konflikt oder der neue UNO-Menschenrechtsrat sind ein paar Beispiele.


Norwegen tut dies ebenfalls mit dem Erbe von Nobel. Sie stellten den ersten Generalsekretär der UNO (Trygve Lie). Fridtjof Nansen verdankten hunderttausende von Flüchtlingen ihr Leben. Sein Einsatz für den Aufbau von Institutionen aber auch für die Einzelschicksale ist für uns alle ein Vorbild. Das weltweite Engagement Ihrer Mitbürgerin Liv Ullmann oder das Osloer Abkommen im Konflikt zwischen Israel und Palästinensern sind weitere Beispiele.


Das schweizerisch-norwegische Seminar zum Thema „Menschenrechte in Friedensprozessen“ im Rahmen dieses Staatsbesuches steht stellvertretend für unsere gemeinsame Arbeit auf der weltweiten Allmend. Gerade weil wir beide von mächtigen Grossgrundbesitzern unabhängig sind, geniesst unsere Arbeit Akzeptanz und Glaubwürdigkeit. Wir wollen das einsetzen, wo immer wir können.


***


Vor über hundert Jahren erliess die Schweiz das Waldgesetz: Für jeden gefällten Baum musste anderswo ein Baum aufgeforstet werden. Dieser Grundsatz entsprach der Überzeugung, dass wir die Erde unseren Nachkommen so hinterlassen sollen, wie wir sie angetroffen haben.


Davon beseelt war im 19. Jahrhundert auch ein Schweizer Auswanderer in Norwegen: Thomas Johanessen Heftye. Er investierte in das bekannte Naherholungsgebiet von Holmenkollen bei Oslo. Noch heute kommen dank seinem Engagement nicht nur die breite Bevölkerung, sondern auch berühmte Staatsgäste in den Genuss einer bezaubernden Natur.


Hundert Jahre später hat Gro Harlem Brundtland den Begriff der nachhaltigen Entwicklung für die Weltgemeinde geprägt. Norwegen hat 1972 als erstes Land ein Umweltministerium geschaffen. Die Schweiz richtete 1971 immerhin auch schon ein Bundesamt für Umweltschutz ein. Auf jeden Fall setzen wir uns seither beide nicht nur auf unseren eigenen Bauernhöfen, sondern auf der ganzen Welt solidarisch für die nachhaltige Entwicklung ein. Das zeigt auch unser gemeinsames Seminar zur Nachhaltigkeit, das wir morgen an der Universität St. Gallen besuchen werden.


***


Wir sind Nachbarn, auch wenn sich unsere Grenzen nicht unmittelbar treffen. Dieselbe Kultur prägt und verbindet uns. Europa ist unser gemeinsamer Nährboden.

·         Wir leiden zusammen: Als das Bild von Munch gestohlen wurde, ging ein Schrei auch durch unser Land.

·         Wir lernen voneinander: Kürzlich war ich in Bern an der Ausstellung über Sverre Fehn, der den Gedanken der Nachhaltigkeit künstlerisch als Architekt umsetzt. Sein Pavillon in Venedig wird von sehr vielen Schweizern besucht.

·         Wir bleiben einander verbunden: Morgen werden wir eine Ausstellung über Henrik Ibsen eröffnen. Er war ein demokratischer Revolutionär mit festen Wurzeln in der Aufklärung. Die Schweiz und Norwegen sind dieser Kultur verpflichtet. Diese kulturellen Verbindungen und Erfahrungen sind die Grundlage der gemeinsamen Arbeiten für die grosse Gemeinde, der wir angehören.


Benachbarte Bauern besuchen sich gelegentlich auf ihren Höfen, um sich auszutauschen und sich ihre Verbundenheit zu bekunden. Ich freue mich, dass ich Ihnen unseren Hof während der kommenden zwei Tage zeigen kann.

  

Veröffentlicht am: 05.04.2006

http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/00970/index.html?lang=de#


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Zu Tische im Berner (Bauern)-hof

Tischrede von Moritz Leuenberger anlässlich des Staatsbesuchs Ihrer Majestäten König Harald V und der Königin Sonja von Norwegen

Majestäten,

Exzellenzen,

sehr geehrte Damen und Herren

Liebe Tischnachbarn, liebe Tischnachbarinnen


Ihr Vater, Seine Majestät König Olav V von Norwegen weilte 1968 auf Staatsbesuch in der Schweiz. Es ist uns eine grosse Ehre und ganz besondere Freude, Sie knapp 40 Jahre später hier als unsere Staatsgäste zu empfangen.


Ich kann leider als jährlich rotierender Bundespräsident keine vergleichbare familiäre Kontinuität vorweisen. Hingegen bin ich froh, dass uns die Stadt Bern mit einer Dynastie der besonderen Art aushilft. Nachdem Ihr Vater von Stadtpräsident Reynold Tschäppät begrüsst worden ist, sitzt heute wiederum ein sozialdemokratischer Stadtvater, nämlich sein Sohn Alexander bei uns am Tisch. Ob diese Tradition bei einem inskünftigen Staatsbesuch Ihres Sohns Prinz Haakon gewahrt werden kann, wage ich hingegen nicht zu versprechen.


Ich habe heute Nachmittag gesagt, wir seien Nachbarn. Dies obwohl wir keine gemeinsamen Grenzen haben, sondern weil wir im ursprünglichen Sinn des Wortes, als Bauern nahe beieinander unsere Felder bestellen und pflegen. Unser Hof Schweiz bot ja über Jahrhunderte zu wenig Lebensgrundlagen für Alle. Viele Schweizerinnen und Schweizer wanderten aus oder verdingten sich als Krieger in fremden Diensten. Einige fanden auch den Weg nach Norwegen und wirkten dort aber ganz friedfertig in der Land- resp. Milchwirtschaft. So heisst denn noch heute in Norwegen ein Melker oder eine Melkerin „sveitser“.


Wir Schweizer kommen nicht so oft in Berührung mit Königen und Königinnen. Wir kennen nur einen Schwingerkönig. Deshalb ist auch unsere Vorstellung von einem König von Klischees behaftet. Ein Vorurteil ist, dass er den ganzen Tag im Palast sitzt, seine Krone trägt und das Zepter schwingt. Dieses Vorurteil hat dieser Staatsbesuch ein für alle mal aus der Welt geschafft. Neben den offiziellen Gesprächen eilen wir von einem „Arbeitsseminar“ zum anderen. Heute in Bern zu den Themen Friedensförderung und Strassensicherheit, morgen zum Thema Nachhaltigkeit.


Das alles in zwei Tagen. Ihr Vater war noch vier Tage da. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Kein Zufall, dass „schnell“ im Berner Dialekt und auf norwegisch dasselbe heisst: „hurtig“. Dennoch bin ich überzeugt, dass dieser hurtige Besuch von nur zwei Tagen einen nachhaltig positiven Einfluss auf die bereits ausgezeichneten Beziehungen zwischen dem Königreich Norwegen und der Schweiz haben wird.


Zum Schluss erhebe ich das Glas in bäuerlicher und nachbarschaftlicher Verbundenheit auf die Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern, das Wohl Ihrer Majestäten und das Wohlergehen des Königreichs von Norwegen.

 

 

Veröffentlicht am: 05.04.2006

http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/00971/index.html?lang=de#


 

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Nachhaltigkeit für Land- und Betriebswirte

Rede von Moritz Leuenberger am Seminar:
“Sustainability Challenges for Business“, Universität St.Gallen

Majestäten,

Exzellenzen

sehr geehrte Damen und Herren


Ich habe gestern in Bern gesagt, Norwegen und die Schweiz seien Nachbarn. Dies obwohl wir keine gemeinsamen Grenzen haben, sondern weil wir im ursprünglichen Sinn des Wortes, als Bauern nahe beieinander unsere Felder bestellen und pflegen. Der Ursprung des Wortes findet seine Bestätigung in der Nachhaltigkeit. Versäumnisse unserer Generation treffen uns alle, ob wir nun direkte geografische Nachbarn sind oder nicht. Kein Meer, keine Bergkette schützt uns vor den Folgen.


Es freut mich ganz besonders, mit unseren hohen Gästen aus Norwegen hier an der Universität St.Gallen zu sein. Es war die frühere norwegische Premierministerin Gro Harlem Brundtland, die mit der „World Commission on Environment and Development“ die nachhaltige Entwicklung definiert und auf die politische Agenda der Staatengemeinschaft gesetzt hat. Die Nachhaltigkeit verbindet unsere beiden Länder seit Jahrzehnten.


Ich möchte auch der Universität St.Gallen danken für die Organisation dieses Seminars. Es ist eine Anerkennung für die Verbindung von Ökonomie und Ökologie, sei es in der Forschung und Lehre, sei es in der konkreten wirtschaftlichen Anwendung oder im studentischen Engagement.


Es gibt auch heute noch Ignoranten, die setzen Nachhaltigkeit mit Umweltschutz gleich. Sie verkennen den dialektischen Ansatz des Begriffs, wie ihn Brundtland prägte. Sie verkennen, dass Nachhaltigkeit die Ressourcen für die Wirtschaft sicherstellt, dass sie wirtschaftliche Entwicklung ausdrücklich garantiert und fördert.


Norwegen und die Schweiz beackern das Feld der nachhaltigen Entwicklung beide auf ihre Weise, teilweise durchaus in einer Pionierrolle.


Was Norwegen anbelangt:
Norwegen war das erste Land, das 1972 ein Umweltministerium geschaffen hat. Nachhaltige Entwicklung heisst auch nachhaltiger Umgang mit den nicht erneuerbaren Energieträgern. Norwegen ist in dieser Hinsicht vorbildlich. Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf der fossilen Energien speist einen Fonds, der das Land auf die Zeit nach dem Versiegen der Öl- und Gasquellen vorbereitet.


Was die Schweiz betrifft:
Mit der direkten Demokratie konnte unser Land zu Beginn der 70er Jahre ein strenges Umweltschutzrecht entwickeln. Es war Stephan Schmidheiny, der mit dem „World Business Council for Sustainable Development“ zwischen der Nachhaltigen Entwicklung und der Wirtschaft eine Brücke baute. Nachhaltigkeit ist kein einfaches Rezept. Es ist eine Denkanleitung zur Lösung von Zielkonflikten. Nachhaltigkeit bedeutet also immer politische Auseinandersetzung. Da gibt es für die Umwelt immer „ups and downs“. Eine Kammer des Parlaments hat in der letzten Session nach langem Ringen der CO2-Abgabe den Weg geebnet. Zugegeben, es ist nur ein Teilerfolg oder ein Etappensieg.


International möchte die Schweiz die Klimapolitik mit dem Kyoto-Prozess aktiv mitgestalten. Die nächste Konferenz der Vertragsparteien der Klimakonvention und des Kyoto-Protokolls wird im November 2006 stattfinden. Wir werden am 14. und 15. September 2006 in der Schweiz auf Ministerebene eine Vorbereitungskonferenz durchführen. Ich bin überzeugt, dass auch Norwegen prominent vertreten sein wird. Wir werden damit an eine bereits sehr intensive Zusammenarbeit in der Klimapolitik anknüpfen können. Norwegen hat eine wichtige Brückenfunktion. Es steht uns und der EU nahe und ist Mitglied der „Umbrella Group“ (USA, Kanada, Japan und Australien).


Ein Bauer will seinen Hof weitergeben. Deswegen unterlässt er Raubbau und schont die Quellen. Was für den Landwirt gilt, gilt auch für den Betriebswirt. Auch er weiss: Wenn er mit den Rohstoffen und den Energiequellen sparsam umgeht, kann er seine Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit seines Betriebs für die Zukunft steigern.


Gelegentlich hört man Kritik am Sinn und Nutzen von Staatsbesuchen, wie „da würden ja nur Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht“. Dieses praxisorientierte Seminar mit Diskussionen auf hohem Niveau ist ein Beleg dafür, dass dem nicht so sein muss. So leisteten wir uns denn einen nachhaltigen Staatsbesuch. Danke, dass Sie dies ermöglicht haben.

 

 

Veröffentlicht am: 06.04.2006

http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/00476/00477/00975/index.html?lang=de

Fachkontakt: info@gs-uvek.admin.ch

 

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Wir sind sicherlich verschieden: Die Schweiz ist ein Binnenland,
während Norwegen die längste Küstenlinie Europas hat. Die
Schweiz liegt im Zentrum Europas, Norwegen am nördlichen
Rand. Doch für Aussenstehende fallen die Ähnlichkeiten fast noch mehr ins
Auge. So sind beide Länder bekannt für die Schönheit ihrer Landschaft. Die
Schweizer haben die Alpen, wir haben unsere Fjorde. Wir beide haben eine
ähnlich komplizierte Sprachensituation: die Schweiz mit ihren vier Landessprachen
samt den zahlreichen Deutschschweizer Dialekten, wir «nynorsk»
als eine Schöpfung aus verschiedenen Dialekten und «bokmaal» als ehemalige
Sprache des dänischen Reiches.
 

Politisch gesehen teilen wir das Schicksal von europäischen Aussenseitern.
In beiden Ländern hat das Volk entschieden, nicht der EU beizutreten.
Während Norwegen zusammen mit Island und Liechtenstein beim Europäischen
Wirtschaftsraum mitmacht, hat sich die Schweiz für den bilateralen
Weg entschieden. Soweit ich die Debatte in der Schweiz verstehe, ist die
Mehrheit der Bürger zufrieden mit dieser Situation. Das ist auch in Norwegen
der Fall. Es gibt keine Debatte über einen EU-Beitritt. Selbst die stärkste
Befürworterin, die liberal-konservative Höyre-Partei, sieht den Beitritt nicht
als Schwerpunkt ihrer Politik an.
 

Wie die Schweiz wird auch Norwegen oft als Rosinenpicker dargestellt.
Als ich noch Europa-Korrespondent in Brüssel gewesen bin, musste ich mir
oft anhören, mein Land wolle sich nicht die Hände dreckig machen und
seinen Reichtum für sich behalten. In solchen Diskussionen half es mir nicht,
dass Norwegen eine der stärksten nationalkonservativen Parteien in Europa
hat – auch das eine Ähnlichkeit zur Schweiz. Immerhin ist Norwegen, anders
als die Schweiz, schon sehr lange Mitglied der Uno und der Nato. Wir betreiben
eine aktive Aussenpolitik mit dem Schwerpunkt auf Entwicklungshilfe
und Frieden. Unsere Soldaten nehmen sogar am Afghanistan-Einsatz
der Nato teil.
 

Aber wir müssen uns auch mehr engagieren, ganz einfach, weil wir
unsere Interessen zu Land und zur See verteidigen müssen. Wir haben eine
Grenze zu Russland, unser Reichtum an Öl und Gas könnte auch falsche
Freunde anlocken, und die Inselgruppe Spitzbergen liegt weit oben im
Nordmeer – da, wo künftig um Einfluss und Anteil an Bodenschätzen gekämpft
werden könnte. Wir brauchen Freunde auch für merkwürdige Interessen
– Walfang beispielsweise.
 

Die stärkste Ähnlichkeit ist freilich unser Wunsch, uns selbst zu regieren.
Beide Länder gehören zu den wenigen in der Welt, die ihre Angelegenheiten
zu einem grossen Teil selbst regeln können. Wir brauchen die EU-Mitgliedschaft
nicht. Glücklicherweise hat uns das nicht zu völlig introvertierten
Menschen gemacht. Norweger wie Schweizer gehören zu denjenigen, die
am meisten reisen – nicht nur, weil wir es uns leisten können, sondern auch,
weil wir neugierig über andere sind. Jedenfalls treffe ich oft Schweizer, wenn
ich reise, nicht nur in Genf oder Zürich.  frank rossavik
Foto: zVg.
 

Zum diesjährigen Schlusspunkt
Frank Rossavik ist Chef-Leitartikler von «Bergens Tidende», einer der grössten
norwegischen Regionalzeitungen. Bis 2005 war er Europa-Korrespondent
und hat von Brüssel aus Europa beobachtet, darunter auch die Schweiz und
Liechtenstein. Bei der Abstimmung 1994 über den Beitritt Norwegens zur
EU war er Generalsekretär der Beitrittsbefürworter.
Der andere
«Sonderfall» im Norden

 

http://tages-anzeiger.ch/dyn/news/schweiz/776076.html

 

 

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28. Juli 2007

 

Alkoholverbot: Vorbild Norwegen

Der Vorschlag des Bundesamtes für Gesundheit, dass in Läden ab 21 Uhr keine alkoholischen Getränke mehr verkauft werden dürfen, erhält Unterstützung aus Norwegen.

 

Jugendliche gelten beim Konsum von Alkohol als besonders gefährdet.

Jugendliche gelten beim Konsum von Alkohol als besonders gefährdet.

 

Viele internationale Studien zeigten, dass gesetzliche Beschränkungen der richtige Weg gegen das so genannte Rauschtrinken von Jugendlichen seien, sagte Jon Nysted, Senior Advisor beim Gesundheits- und Sozialdirektorat in Oslo, in einem heute publizierten Interview mit der «Berner Zeitung».

Nysted würde BAG-Direktor Thomas Zeltner empfehlen, die von seinem Amt vorgeschlagenen Massnahmen durchzusetzen, wie er auf die entsprechende Frage sagte. Es sei wichtig, die Bevölkerung über die neuesten Forschungsergebnisse zu informieren und den Nutzen der Massnahmen gegen den Alkoholkonsum aufzuzeigen.

In Europa sterben nach vom norwegischen Fachmann zitierten WHO-Angaben jedes Jahr rund 55'000 Jugendlichen wegen Alkohol. «Wenn die Menschen solche Zahlen sehen, dann werden sie solche Massnahmen auch verstehen und unterstützen», sagte Nysted.

 

Gesetzliche Beschränkungen

In Norwegen ist der Alkoholverkauf gesetzlich streng beschränkt. Wein und Spirituosen können nur in staatlichen Geschäften und zu hohen Preisen verkauft werden. An Werktagen ist der Verkauf von Alkohol ab 20 Uhr verboten, am Samstag ab 18 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist er ganz untersagt.

In der Öffentlichkeit darf kein Alkohol konsumiert werden. Laut Nysted ist der Alkoholkonsum in Norwegen einer der tiefsten in ganz Europa. Probleme mit jugendlichen Rauschtrinkern habe das Land zwar auch. Diese seien aber nicht so gross wie in anderen Ländern. Die norwegische Alkoholpolitik werde auch von der WHO empfohlen.

 

(ret/sda)

 

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Norwegen will 1052 Wale töten

Ansichten dieses Artikels:

Details zum Artikel:

*                  Artikel veröffentlicht am: 02.12.2006, Artikel veröffentlicht von: Beate Steffens

Das norwegische Fischereiministerium gab am späten Freitagnachmittag die Walfangquote für 2007 bekannt. Die Norweger zeigen sich unbelehrbar, wie im letzten Jahr sollen 1052 Wale sterben. Dabei mussten die norwegischen Walfänger die diesjährige Fangsaison abbrechen und hatten wie so oft in den letzten Jahren ihre Fangquote nicht erreicht.

Ein Minke-Wal (Zwergwal) wird an Bord des norwegischen Walfaengers Villduen gezogen. Die Fangquote fuer 1999 betraegt 753 Zwergwale. Norwegen verstoesst damit gegen das... Ein Minke-Wal (Zwergwal) wird an Bord des norwegischen Walfaengers Villduen gezogen. Die Fangquote fuer 1999 betraegt 753 Zwergwale. Norwegen verstoesst damit gegen das...

 

1999: Ein Minkewal (Zwergwal) wird an Bord des norwegischen Walfaengers Villduen gezogen.  Norwegen verstoesst damit gegen das Walfang-Moratorium der Internationalen... Ein Minke-Wal (Zwergwal) wird an Bord des norwegischen Walfaengers Villduen gezogen. Die Fangquote fuer 1999 betraegt 753 Zwergwale. Norwegen verstoesst damit gegen das...

Ein Minke-Wal (Zwergwal) wird an Bord des norwegischen Walfaengers "Villduen" gezogen. Die Fangquote fuer 1999 betraegt 753 Zwergwale. Norwegen verstoesst damit gegen das Walfang-Moratorium der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) von 1986.
Aufgenommen am: 13.06.1999,
Copyright: © Vasquez / Greenpeace

Dennoch haben die norwegischen Jäger in diesem Jahr 546 Zwergwale erlegt - nach Regierungsangaben etwa die Hälfte der festgesetzten Fangquote. In der norwegischen Presse wurde die geringe Ausnutzung der Quote damit begründet, dass die Qualität des Walfleisches schlecht, die Nachfrage gering und die Jagd wegen hoher Treibstoffkosten und geringer Erlöse zu teuer sei. Zudem habe schlechtes Wetter die Saison erschwert.

"Es ist eine Sache, dass Norwegen Jahr für Jahr Quoten in Höhen ausweist, die die geringe Nachfrage des heimischen Marktes schon lange nicht mehr rechtfertigt", sagt Stefanie Werner, Wale-Expertin bei Greenpeace. "Jetzt setzt sich Norwegen zudem über die Bestimmung der IWC hinweg, dass die Fänge über die gesamte 200-Seemeilenzone homogen verteilt werden müssen, um den Genfluss der Zwergwale nicht zu gefährden."

"Diesmal aber dürfen 900 Tiere in Küstennähe erlegt werden", berichtet Werner. "Es ist zu befürchten, dass all diese Zwergwale tatsächlich sterben müssen, um gemeinsam mit ihren bereits toten Artgenossen auf Vorrat in Kühlhäusern eingefroren zu werden. Die Entscheidung der Regierung ist ein fataler politischer Akt, um sich Wählerstimmen in den Küstengemeinden zu sichern. Dabei stellt der Gewinn aus dem Walfang nur 0,2 Prozent des totalen Wertes der Gesamtanlandungen der Fischindustrie dar. Wale aus diesem Grund sinnlos sterben zu lassen, ist ein Frevel an der Natur."

Ein Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus dem Jahr 1986 verbietet die kommerzielle Jagd, erlaubt aber Walfang für die Wissenschaft. Norwegen ist der IWC unter Vorbehalten beigetreten und sieht sich daher nicht an das Walfangverbot gebunden.

http://www.greenpeace.de/themen/meere/nachrichten/artikel/norwegen_will_1052_wale_toeten/

 

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Kritik an bilateralen Freihandelsverträgen: Industrieländer profitieren ungleich mehr

Basel, 6.12.2007, akte/ Die EFTA-Länder Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island streben bilaterale Freihandelabkommen mit ausgewählten Entwicklungsländern wie Peru, Kolumbien und Thailand an. Am EFTA-Ministertreffen in Genf vom 3. Dezember bekräftigten die Handelsminister ihren Wunsch, auch mit Indien und Indonesien Verhandlungen zu beginnen. Während am Ministertreffen in Genf über künftige Abkommen diskutiert wurde, trafen sich VertreterInnen des World Trade Institute, des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco), der Erklärung von Bern und von AllianceSud zu einer Diskussionsrunde  in Bern. Dass dieser Austausch überhaupt in Gang komme, begrüsste Marianne Hochuli der Erklärung von Bern in einer ersten Stellungnahme gegenüber dem arbeitskreis tourismus & entwicklung. Bislang werde über die Köpfe der Zivilgesellschaft hinweg verhandelt – und deren Interessen würden übergangen. Sie verwies auf neue Studien, die zeigen, dass Industrieländer von solchen Freihandelsverträgen ungleich mehr profitieren würden als die Entwicklungsländer. Solche Forschungsergebnisse gelte es zu vertiefen, bevor weitere Freihandelverträge abgeschlossen würden. Sie unterstützt daher die neue Forderung europäischer NGOs nach einem Moratorium auf weitere Freihandelsabkommen, bis Untersuchungsergebnisse über deren Folgen für die Bevölkerung in Entwicklungsländern vorliegen.

6. 12. 2007

 

http://www.fairunterwegs.org/laender/norwegen/aktuelles/article/kritik-an-bilateralen-freihandelsvertraegen-industrielaender-profitieren-ungleich-mehr-1.html?cHash=3d30b86870

 

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IP/07/1630
Brüssel, 30. Oktober 2007
Stärkung der Zusammenarbeit in Zivil- und
Handelssachen mit der Schweiz, Norwegen und
Island
 

Am 30. Oktober 2007 wird das neue Lugano-Übereinkommen über die
gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von
Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen zwischen der EG und einigen
EFTA-Staaten, insbesondere der Schweiz, Norwegen und Island,
unterzeichnet.
 

Am 30. Oktober 2007 wird in Lugano (Schweiz) im Namen der Europäischen
Gemeinschaft ein neues Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die
Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen
mit der Schweiz, Norwegen und Island unterzeichnet, das das entsprechende
Lugano-Übereinkommen von 1988 ersetzt.
 

Vizepräsident Franco Frattini, das für Justiz, Freiheit und Sicherheit zuständige
Kommissionsmitglied, betonte: "Das neue Übereinkommen verdeutlicht das
gegenseitige Vertrauen in unsere Rechtssysteme und ermöglicht flexiblere
Regelungen zwischen den Mitgliedstaaten sowie der Schweiz, Norwegen und Island
entsprechend den gegenwärtigen EG-Verfahren. Hierdurch werden die Verfahren in
Zivil- und Handelssachen vereinfacht, die Rechtssicherheit verbessert und somit das
Leben der an diesen Verfahren beteiligten Bürger erleichtert ".
 

Durch das neue Übereinkommen sollen die Bestimmungen des Übereinkommens an
den bestehenden gemeinschaftlichen Rechtsrahmen (d.h. die "Brüsseler
Regelung"1) angepasst werden. Somit gelten in den EFTA-Staaten ähnliche Regeln
zur Bestimmung der zuständigen Gerichtsbarkeit wie in der EU. Ferner werden die
Urteile der einzelstaatlichen Gerichte der EU bzw. der EFTA-Staaten einfacher
anerkannt und vollstreckt, was das gegenseitige Vertrauen der EG- und der EFTAStaaten
in ihre Rechtssysteme verdeutlicht.
 

Die Unterzeichnung des neuen Übereinkommens stellt auch eine wichtige
institutionelle Veränderung dar. Aufgrund eines Gutachtens des Gerichtshofes der
Europäischen Gemeinschaften (siehe Pressemitteilung des Gerichtshofes Nr. 10/06
LINK http://curia.europa.eu/de/actu/communiques/cp06/aff/cp060010de.pdf)
besitzt die Europäische Gemeinschaft eine ausschließliche Zuständigkeit für diesen
Bereich und den Abschluss des neuen Übereinkommens von Lugano, das Teil des
Gemeinschaftsrechts wird. Vizepräsident Franco Frattini: "Dies ist ein
entscheidender Schritt zur Entwicklung der Außenkompetenz der Gemeinschaft".
 

Weitere Informationen zu den Tätigkeiten von Vizepräsident Frattini finden Sie auf
seiner Website:
http://www.ec.europa.eu/commission_barroso/frattini/index_de.htm.
1 Verordnung (EG) Nr. 44/2001 des Rates vom 22. Dezember 2000 über die gerichtliche
Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und
Handelssachen.

 

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Rendez-vous: Donnerstag, 10.1.2008, 12.30 Uhr

Erbitterte EU-Debatte in Norwegen

Nicht nur die Schweiz ist eine Insel in der EU, sondern auch Norwegen. Dort streitet man ebenfalls immer wieder über die Frage eines möglichen Beitritts.

Nun soll die norwegische Verfassung so abgeändert werden, dass ein Veto des Parlaments gegen ein Ja des Volkes erschwert würde.

Ein Beitrag der Sendung «Rendez-vous», gesendet am:
Donnerstag, 10.1.2008, 12.30-13.00 Uhr, DRS 1, DRS 2, DRS 4 News und DRS Musikwelle

Zur Übersichtsseite dieser Sendung


 

Verantwortlich für diesen Beitrag:

·                     Bruno Kaufmann


 

http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/rendez-vous/2751.bt10016584.html

 

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Der Schweizer an sich

 

Natürlich ist es unsinnig, Aussagen darüber machen zu wollen, wie "der Schweizer" denn nun ist. Viele Klischees hierzu sind im Umlauf, und sie sind sicherlich genauso wahr oder falsch wie die Klischees über Bewohner anderer Länder. Vergleicht man "den Schweizer" mit "dem Norweger", so wird man feststellen, dass die Unterschiede heute eigentlich sehr gering sind. Die Schweiz und Norwegen haben eine recht ähnliche Gesellschaftsform, und die Grundmentalitäten der Menschen sind ungefähr die gleichen. Überall gibt es sehr verschiedene Individuen, die man nicht als "typisch" bezeichnen kann - und überall gibt es gewisse Normen und Verhaltensweisen, die eine Gesellschaft zusammenhalten.

 

Es gibt natürlich zwei wesentliche Faktoren, die Menschen auf spezielle Weise prägen und ihren Einfluss auf das Verhalten innerhalb einer Nation haben - und das ist natürlich zum einen die Geschichte der Entwicklung der Gesellschaft und die geographische Lage:

 

Wollen wir also etwas über die Schweizer aussagen, dann müssen wir bedenken, dass die Geschichte der Schweiz nicht sehr wechselvoll gewesen ist, da sie über Jahrhunderte von Frieden und Neutralität geprägt ist. Die Grundlegung der Schweiz als selbständiger Staat 1291 liegt schon lange zurück, und daraus geht sicherlich bis heute ein starkes Gefühl der nationalen Identität hervor. Ein anderes Faktum, das für ganz Mitteleuropa gilt, ist die Geschichte von religiöser Reformation, Arbeiterbewe­gung und bürgerlicher Revolution im 19. Jahrhundert: Diese drei Faktoren führten zur Geburt der heutigen mitteleuropäischen Gesellschaftssysteme. Aus dieser Geschichte rührt bis heute noch ein etwas problematisches Verhältnis zum Wandel, aber auch eine engagierte und lebendige Debatte um Demokratie und Werte, sowie ein effektiv organisiertes soziales Leben.

 

Die Natur und die Kultur setzen die anderen Schwerpunkte. In der Schweiz leben viele Einwohner auf einer kleinen, dicht besiedelten Fläche, der Rest ist voll mit Bergen, Wäldern, Seen: Die meisten Schweizer sind naturverbunden, wandern in den Bergen und an Seen, lieben die schöne Landschaft, aber auch die kulturreichen Städte. Und davon gibt es in der Schweiz genug. Die kulturellen Ereignisse werden viel intensiver erlebt als bei uns – und unzählige Vereine mit den vielfältigsten Interessen und verschiedenste Veranstaltungen mit deren aktiven Beteiligung prägen die Menschen und ihre Lebenseinstellung.

 

Kann man daraus ableiten, wie die Schweizer sind? Ganz bestimmt nicht. Am besten ist es, Sie machen sich ein eigenes, persönliches Bild.

 

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Der Norweger an sich

 

Natürlich ist es unsinnig, Aussagen darüber machen zu wollen, wie "der Norweger" denn nun ist. Viele Klischees hierzu sind im Umlauf, und sie sind sicherlich genauso wahr oder falsch wie die Klischees über Bewohner anderer Länder. Vergleicht man "den Norweger" mit "dem Deutschen" so wird man feststellen, dass die Unterschiede heute eigentlich sehr gering sind. Norwegen und Deutschland haben eine recht ähnliche Gesellschaftsform, und die Grundmentalitäten der Menschen sind ungefähr die gleichen. Überall gibt es sehr verschiedene Individuen, die man nicht als "typisch" bezeichnen kann - und überall gibt es gewisse Normen und Verhaltensweisen, die eine Gesellschaft zusammenhalten.

 

Es gibt natürlich zwei wesentliche Faktoren, die Menschen auf spezielle Weise prägen und ihren Einfluss auf das Verhalten innerhalb einer Nation haben - und das ist natürlich zum einen die Geschichte der Entwicklung der Gesellschaft und die geographische Lage:

 

Wollen wir also etwas über die Norweger aussagen, dann müssen wir bedenken, dass die Geschichte Norwegens sehr wechselvoll gewesen ist, über Jahrhunderte von Abhängigkeit von Dänemark und später auch Schweden geprägt ist. Die Befreiung Norwegens zum selbständigen Staat 1814 (und vollständig 1905) liegt nicht so lange zurück, und daraus geht sicherlich bis heute ein starkes Gefühl der nationalen Identität hervor. Ein anderes Faktum, das für ganz Skandinavien gilt, ist die Geschichte von Pietismus, Arbeiterbewegung, Anti-Alkoholbewegung im 19. Jahrhundert: Diese drei Faktoren führten zur Geburt der heutigen skandinavischen Gesellschaftssysteme. Aus dieser Geschichte rührt bis heute noch ein etwas problematisches Verhältnis zum Alkohol, aber auch eine engagierte und lebendige Debatte um Moral und Werte, sowie ein effektiv organisiertes soziales Leben.

 

Die Natur setzt die anderen Schwerpunkte. In Norwegen leben wenig Einwohner auf einer großen Fläche voll mit Bergen, Wäldern, Fjorden: Die meisten Norweger sind sehr naturverbunden, haben ihre Sommerhütte am Meer oder in den Bergen, lieben Landschaft, Meer und Einsamkeit. Und davon gibt es in Norwegen genug. Die Jahreszeiten werden viel intensiver erlebt als bei uns - und der kurze Sommer mit seinem stetigen Licht und der Winter mit seiner lang anhaltenden Dunkelheit prägen die Menschen und ihre Lebenseinstellung.

 

Kann man daraus ableiten, wie die Norweger sind? Ganz bestimmt nicht. Am besten ist es, Sie machen sich ein eigenes, persönliches Bild.

 

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Extrem norwegisch?

 

In einem der ersten Texte haben wir uns gefragt, wie denn nun der "Norweger an sich" ist. Diese Frage kann man sicherlich nicht beantworten. Was ist aber nun "extrem norwegisch"? Zwar gibt es auch hier keine "wahre" Antwort, aber es gibt zahlreiche Bilder und Klischees, denen manche Norweger absichtlich oder unfreiwillig entsprechen mögen - andere natürlich wiederum überhaupt nicht.

 

Wie sehen denn nun die Norweger sich selbst?

 

Ähnlich wie wir den deutschen Michel als unsere eigene Karikatur haben, gibt es auch ein fest definiertes Bild des Norwegers über seine Landsleute: Diese extremen Landsleute heißen übrigens Ola und Kari Nordmann.

 

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Ola Nordmann

 

Ola Nordmann ist ein blonder Mann mit großen blauen Augen und roten Backen, weil er doch ständig an der frischen Luft und im Schnee ist. Er trägt eine rote Wollmütze mit Bommel, einen Schal, einen Norwegerpulli, Kniebundhosen und Fausthandschuhe. Auf dem Rücken trägt er einen etwas abgenutzten alten Rucksack, aus dem eine norwegische Flagge hervorschaut.

 

Ola ist voller Tatendrang, klettert allein auf jeden Berg, ist aber Menschen gegenüber etwas unsicher im Auftreten. Insgesamt kann man ihn als leicht naiv aber auch sympathisch und unschuldig ansehen.

 

So vielleicht sehen die Norweger (laut dem gängigen Bild) sich selbst.

 

Am 17. Mai erhält man vielleicht ein anderes Bild: Der verrückte Flaggen schwenkende Norweger, der voller Begeisterung für sein Land ist. Im Ausland (Österreich, Spanien, Deutschland usw.) kann das Bild auch schon mal das des stark alkoholisierten Norwegers sein, der den für ihn niedrigen Alkoholpreisen vollends erliegt.

 

 

Norweger in ihrem eigenen Land werden hingegen von Deutschen meist als angenehm, ruhig, bescheiden und sehr gastfreundlich beschrieben. Und als Individualisten, die gern in der Natur sind, die gern Platz und Weite um sich herum haben und Wert auf eigene Entfaltung legen. Norwegern bedeutet ihre Tradition viel, die sie sich auch in heutiger Zeit gern bewahren möchten. Norwegern ist es wichtig, dass ihr Land international einen guten Eindruck macht, und sie können sich auch dafür begeistern, wenn Norwegen mal eine große Rolle zukommt, wie bei den Olympischen Spielen in Lillehammer oder als Vermittler in internationalen Konflikten.

 

Norwegen ist ein kleines Land, von der Natur geprägt.

 

Aber bei alledem ist vielleicht der Individualismus der Norweger wieder die wichtigste Eigenart - und insofern erledigt sich schon die Frage nach dem allgemein Typischen oder dem extrem Norwegischen. An den geschilderten Klischees mag ein Körnchen Wahrheit sein - aber am Ende ist jede Erfahrung wieder anders. Fahren Sie also ins Land und machen Sie sich Ihr eigenes Bild!

  

Norwegisch Aktiv, Lektion 40 – Info

(Hauke Fehr, Multimedia-Software, Berlin)

www.norwegisch-aktiv.de

 

(Hinweis: Auch der Text “Der Norweger an sich” stammt von diesem Lehrwerk; der Text “Der Schweizer an sich” ist eine auf die Schweiz übertragene Version des ersten Texts.)

 

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Wussten Sie, dass …

 

… jeder und jede Dritte in der Schweiz Einwanderer oder Nachkomme von Einwanderern ist – das sind zwei Millionen Menschen.

 

… in der Schweiz rund 1,5 Millionen Ausländerinnen und Ausländer leben – davon sind 65'000 Asylsuchende.

 

… zwei Drittel aller Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz schon über zehn Jahren hier leben.

 

… 346'000 Menschen, die in der Schweiz geboren sind, einen ausländischen Pass haben.

 

… 400'000 Ausländerinnen und Ausländer schon über zwanzig Jahre in der Schweiz leben.

 

… jede dritte Ehe in der Schweiz binational ist – das sind jedes Jahr über 10'000 schweizerisch-ausländische Heiraten.

 

… ein Viertel des gesamten Arbeitsvolumens in der Schweiz von ausländischen Erwerbstätigen geleistet wird – das sind fast zwei Milliarden Stunden pro Jahr.

 

… ausländische Arbeitskräfte im Durchschnitt fast zwanzig Prozent weniger verdienen als gleich gut qualifizierte Schweizerinnen und Schweizer.

 

… die Arbeitslosigkeit unter Ausländerinnen und Ausländern mehr als doppelt so häufig ist wie bei Schweizerinnen und Schweizern.

 

… jeder zwölfte Schweizer, jede zwölfte Schweizerin im Ausland lebt, das sind über 500'000 Menschen.

 

… ohne Einbürgerungen die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer schon seit 1993 rückläufig wäre.

 

… in den Stadtzürcher Altersheimen und Spitälern Menschen aus 87 verschiedenen Nationen arbeiten.

 

… der meistgegessene Käse in der Schweiz weder Emmentaler noch Greyerzer ist, sondern Mozzarella – mittlerweile grösstenteils aus Schweizer Produktion.

 

… vierzig Prozent der Fussball-Junioren in der Schweiz keinen Schweizer Pass haben – das sind rund 50'000 Jugendliche.

 

… fast die Hälfte der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft ausländische Wurzeln hat – z.B. Ricardo Cabanas, die Gebrüder Yakin oder Johann Vonlanthen.

 

… weltweit 175 Millionen Menschen Flüchtlinge sind – davon 0,03 Prozent in der Schweiz.

 

… fast jede dritte Person zum Zeitpunkt der Geburt einen ausländischen Pass besitzt.